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		<title>Frühjahrstagung, Herbsttagung</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 07:01:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[170 - Krisen lieben]]></category>
		<category><![CDATA[Krisentagung]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Röggla, Kathrin]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Erzählung Ich habe mir seinen Namen nicht aufgeschrieben, ich habe ihn mir schon wieder nicht gemerkt. Er hat mir auch kein Visitenkartchen hingehalten, wie das hier so üblich ist, aber ich kann damit ohnehin nicht wirklich umgehen, ich kann sie hernach nicht mehr zuordnen. Warum hast du Herrn Mißfelder angesprochen, frage ich mich dann, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><h2>Eine Erzählung</h2>
<p>Ich habe mir seinen Namen nicht aufgeschrieben, ich habe ihn mir schon wieder nicht gemerkt. Er hat mir auch kein Visitenkartchen hingehalten, wie das hier so üblich ist, aber ich kann damit ohnehin nicht wirklich umgehen, ich kann sie hernach nicht mehr zuordnen. Warum hast du Herrn Mißfelder angesprochen, frage ich mich dann, was war der Anlass? Und wer war noch Frau Bloß, im Vorstand der XY AG, oder Herr Schmidt, irgendwas AD? War das nicht der Typ, der mir was über Rückversicherungen erzählen wollte? Er war jedenfalls nicht der Typ, der mir die Schwierigkeiten vor Augen führen wollte, etwas in gewissen G-20-Sitzungen zu deponieren. Überhaupt Bomben in Sitzungen! Wer wann welche Bombe platzen lässt und somit ganze Verhandlungen zum Erliegen bringt – egal, ich schaffe es nicht. Weil es mir schon gar nicht möglich ist, mir wie René ein Album anzulegen, in das ich die Visitenkarten fein säuberlich einklebe, Anlass und Funktion der Person hinzuschreibe, und vor allem: was ich von ihr wissen wollte. René hat sogar Telefonlisten, in denen er verzeichnet, wann er wen anrufen wollte. „Das ist Basiswissen“, meint er, „wenn du das nicht drauf hast, dann gute Nacht.“ Na, dann gute Nacht, sage ich mir, wie ich dastehe und auf die hektische Betriebsamkeit schaue, dieses Hin- und Herlaufen der Veranstalter, Mikrofon-in-die-Hand-Nehmen, Wiederweglegen, Besprechungsgesichter, die ins Nichts laufen, Rückversicherungen mit der Technik.</p>
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		<title>Literatur als Krisenerzählung</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 06:58:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[170 - Krisen lieben]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Mellmann, Katja]]></category>

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		<description><![CDATA[Von der Attraktivität des Krisenmotivs für die Literatur der Moderne In den Jahren nach dem Fall der Mauer begab sich etwas Sonderbares in der deutschen Literaturlandschaft. Schon im Herbst 1989 wurde der Schriftsteller Hans Christoph Buch nach einem Vortrag gefragt, wann denn „der große Roman über den Tag, an dem die Mauer fiel“, erscheinen werde, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><h2>Von der Attraktivität des Krisenmotivs<br />
für die Literatur der Moderne</h2>
<p>In den Jahren nach dem Fall der Mauer begab sich etwas Sonderbares in der deutschen Literaturlandschaft. Schon im Herbst 1989 wurde der Schriftsteller Hans Christoph Buch nach einem Vortrag gefragt, wann denn „der große Roman über den Tag, an dem die Mauer fiel“, erscheinen werde, ob er „das fertige Manuskript schon in der Tasche“ habe. Und in den Folgejahren wurde im Feuilleton immer wieder die Forderung nach „dem“ deutschen Wenderoman laut und als Richtschnur an alle infrage kommenden Neuerscheinungen gelegt. Einen ersten Eklat gab es 1995, als Marcel Reich-Ranicki Günter Grass vorwarf, er habe in seinem Roman <em>Ein weites Feld</em> „nur behauptet und nicht erzählt, nur verkündet und nicht gezeigt“. Wie die richtige Form des literarischen Erzählens vom vereinten Doppeldeutschland auszusehen hatte, blieb eine ungeklärte Frage. Um die Mitte der 90er-Jahre konnte sich die Literaturkritik zwar nicht mehr über mangelnde literarische Produktion zum Thema beklagen – es kam zu einem wahren „Wendeboom“ in der deutschen Literatur der älteren wie der jüngeren Autorengeneration –, aber so schnell der eine Kritiker eine Neuerscheinung zum lange erwarteten Wenderoman kürte, so schnell entzog ihr ein anderer dieses Prädikat wieder. Ein Konsens über „den“ deutschen Zeitroman oder auch nur  darüber, wie er auszusehen hatte, lies sich nicht erzielen.</p>
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		<title>Mehr Hofnarr als Hofrat</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 06:57:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[170 - Krisen lieben]]></category>
		<category><![CDATA[Konsumgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapie]]></category>
		<category><![CDATA[Schmidbauer, Wolfgang]]></category>

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		<description><![CDATA[Über die Krisen der Psychotherapie Moderne Gesellschaften überlasten die Psyche. In zwei Jahrzehnten einer Biografie von heute sollen kleine Wilde, die ihre Affekte auf ein kurzes, heißes Leben in der paläolithischen Steppe vorbereitet haben, zu – sagen wir – einem Bankangestellten geformt werden, der geduldig seinen Dienst tut, sich scheinbar nicht ärgert, wenn er von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><h2>Über die Krisen der Psychotherapie</h2>
<p>Moderne Gesellschaften überlasten die Psyche. In zwei Jahrzehnten einer Biografie von heute sollen kleine Wilde, die ihre Affekte auf ein kurzes, heißes Leben in der paläolithischen Steppe vorbereitet haben, zu – sagen wir – einem Bankangestellten geformt werden, der geduldig seinen Dienst tut, sich scheinbar nicht ärgert, wenn er von einem Kunden beleidigt wird, und neun Stunden im Büro aushält, auch wenn es ihn noch so juckt, hinauszuziehen und Beute zu machen.<br />
Die moderne „Nervosität“, die Freud keineswegs als Erster, aber doch nachdrücklicher und methodischer als seine Vorgänger thematisiert hat, wird durch ein archaisches Erbe schneller Affekte geprägt, die um der Kultur willen verlangsamt, unterdruckt und umgewandelt werden müssen. Das ist ein komplizierter Prozess, der oft genug scheitert.<br />
Menschen sind geschaffen, durch die Welt zu wandern, nicht irgendwo in ihr bewegungslos festzusitzen. Sie können (und wollen) schnell entscheiden, ob ein Bündel an Reizen sie zur Beute zumachen droht oder ihre Beute werden kann. Ihre Gefühle drangen zur Tat.</p>
<p>Was Folgen hat: Je weniger affektbestimmte Handlungsmöglichkeiten es in einer verwalteten Welt gibt, desto mehr wachst die Zahl von Menschen, die dem Druck nicht standhalten. Zu Freuds Zeiten nannten wir sie hysterisch, heute nennen wir die Unruhigen manisch oder schreiben ihnen eine Aufmerksamkeitsstörung zu.</p>
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		<title>Medien in der Krise. Krise in den Medien</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 06:55:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Rötzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[170 - Krisen lieben]]></category>
		<category><![CDATA[Florian]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Streifzug durch neue Öffentlichkeiten Es gibt ganz verschiedene Weisen, wie Menschen und auch Medien beziehungsweise Journalisten auf Krisen reagieren – und was sie überhaupt als Krisen wahrnehmen. Schließlich können sie sich nicht nur selbst in einer Krise befinden, es gibt überdies neben Verlierern in aller Regel auch Gewinner, die nicht nur vom Ausgang der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><h2>Ein Streifzug durch neue Öffentlichkeiten</h2>
<p>Es gibt ganz verschiedene Weisen, wie Menschen und auch Medien beziehungsweise Journalisten auf Krisen reagieren – und was sie überhaupt als Krisen wahrnehmen. Schließlich können sie sich nicht nur selbst in einer Krise befinden, es gibt überdies neben Verlierern in aller Regel auch Gewinner, die nicht nur vom Ausgang der Krise profitieren – oder profitieren wollen –, sondern auch schon vor der Klimax entsprechend Öl ins Feuer gießen. Wenn man nach einer genauen Analyse der Schweizer Medienlandschaft geht, die zumindest in Teilen verallgemeinerbar sein durfte, dann sind die meist dem Lager der alten, vordigitalen Massenmedien (Print, Fernsehen, Rundfunk) angehörenden Mainstream-Medien, zumal wenn sie Informationen sachlich und distanziert vermitteln wollen, selbst in einer tiefen Krise. Diese hat zweifellos mit der zunehmend prekären Finanzierung und der neuen Konkurrenz durch die digitalen Medien sowie der digitalen Kultur zu tun, für die ein möglichst schneller und kostenloser Zugriff auf Content, Information, Wissen et cetera zum Grundprinzip gehört, nachdem digitale Daten ohne Qualitätsverlust und mit immer geringeren Kosten kopiert, gespeichert und verbreitet werden können. Aber das ist es nicht alleine, denn es hat sich der Kontext, die Medienumwelt verändert, innerhalb derer Informationen produziert, verteilt und konsumiert werden, und damit auch die sich bildenden Öffentlichkeiten.</p>
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		<title>Die Krise organisieren</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 06:54:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[170 - Krisen lieben]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Siri, Jasmin]]></category>

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		<description><![CDATA[Parteien und das Politische Lieben Parteien die Krise? Parteien sind in der Krise. Dieser Satz klingt so plausibel, dass man kaum auf die Idee kommt, ihn zu hinterfragen. Parteien sind in der Krise – und das politische System auch. Immer weniger Menschen engagieren sich in Parteien, immer weniger fühlen sich durch sie vertreten. Wahrend die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><h2>Parteien und das Politische<br />
Lieben Parteien die Krise?</h2>
<p>Parteien sind in der Krise. Dieser Satz klingt so plausibel, dass man kaum auf die Idee kommt, ihn zu hinterfragen. Parteien sind in der Krise – und das politische System auch. Immer weniger Menschen engagieren sich in Parteien, immer weniger fühlen sich durch sie vertreten.</p>
<p>Wahrend die Kluft zwischen Parteien und Bürgern wachst, scheinen sich diese programmatisch und ästhetisch immer weniger voneinander zu unterscheiden. Wo einst ideologische Differenzen und klare Standpunkte hitzige Parlamentsdebatten hervorbrachten, herrschen nun ein werbestrategischer Kampf um die ominöse „Mitte“, ideologische Beliebigkeit und Saturiertheit.</p>
<p>Die Debatten darüber, wie wir miteinander leben wollen, wie wir mit den Folgen der Globalisierung umgehen wollen und wie wir wirtschaften wollen: Werden diese noch in Parteien und im Parlament – überhaupt: in politischen Kontexten – geführt? Oder sind Parteien einfach nur Karrieremaschinen, die Positionen und beträchtliche Staatsrenten für narzisstisch gestörte Persönlichkeiten organisieren? In den politischen Talkshows geht es jedenfalls weniger um ernsthafte Diskussionen als um die Bloßstellung der politischen Gegner. Überhaupt haben Politikerinnen und Politiker der etablierten Parteienmehrmiteinander gemein, als sie voneinander unterscheidet. Ihr „Politsprech“ enthaltwenig substanzielle Aussagen, es ist gekennzeichnet durch politisch korrekte Uneindeutigkeit.</p>
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		<title>Kanisterkunst</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 06:53:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[170 - Krisen lieben]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Hazoumè, Romuald]]></category>
		<category><![CDATA[Roth, Daniela]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Werkbeschreibung Im Moment erscheinen in Beniner Zeitungen Anzeigen, die dazu auffordern, für eine neue Hilfsorganisation zu spenden: SBOP, Solidarité Béninoise pour Occidentaux en Péril, Solidarität mit den „Abendländischen“, die in Gefahr sind. Dahinter steckt eine Aktion des Beniner Künstlers Romuald Hazoumé. Ironisch – oder ernst? – will Hazoumé darauf hinweisen, dass auch der vermeintlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><h2>Eine Werkbeschreibung</h2>
<p>Im Moment erscheinen in Beniner Zeitungen Anzeigen, die dazu auffordern, für eine neue Hilfsorganisation zu spenden: <em>SBOP</em>, <em>Solidarité Béninoise pour Occidentaux en Péril</em>, Solidarität mit den „Abendländischen“, die in Gefahr sind. Dahinter steckt eine Aktion des Beniner Künstlers Romuald Hazoumé. Ironisch – oder ernst? – will Hazoumé darauf hinweisen, dass auch der vermeintlich reiche Westen seine Probleme hat. „Viele Probleme hat der Westen, zum Beispiel habt ihr so viel Angst.“ Warum also nicht „Entwicklungshilfe“ umkehren? In dem kleinen Land Benin in Westafrika sind mehr als 200 NGOs mit verschiedenen Hilfsprojekten tätig. Die Beobachtung der Beniner ist, dass erst einmal ein blitzblanker, schicker „Quatre-Quatre“, ein allradgetriebener Geländewagen, vor dem Tor jeder dieser Organisationen geparkt ist.</p>
<p>Hazoumè will in einer Kanisterbude (Kanister sind sein bevorzugtes Material) Teile der allradgetriebenen Geländewagen verkaufen, etwa jedes einzelne der vier Räder, und mit dem Erlös die Hilfsorganisation für den Westen befördern. Denn Europa ist in der Krise! Beniner können Europäern helfen, zum Beispiel ihre (Lebens-)Ängste zu überwinden. <em>SBOP</em>, Solidarité Béninoise pour Occidentaux en Péril, Solidarität mit den Gefahren für Europäer, heißt für Afrikaner: Wir sind viel starker, viel mutiger als ihr!</p>
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		<title>Ich hasse Krisen</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 06:50:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[170 - Krisen lieben]]></category>
		<category><![CDATA[Dueck, Gunter]]></category>
		<category><![CDATA[Management]]></category>
		<category><![CDATA[Sophrosyne]]></category>

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		<description><![CDATA[Denn Krisen geben Macht, die keiner braucht Wenn in Reden die Krise thematisiert wird, bekomme ich eine. Ich leide unter immer gleichen Sprüchen im Management wie: „Eine Krise kann und muss als Chance begriffen werden. Wir werden einen glatten Neuanfang schaffen. Wir starten von null. Wir haben keine Altlasten mehr. Wir haben die Brücke hinter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><h2>Denn Krisen geben Macht, die keiner braucht</h2>
<p>Wenn in Reden die Krise thematisiert wird, bekomme ich eine. Ich leide unter immer gleichen Sprüchen im Management wie: „Eine Krise kann und muss als Chance begriffen werden. Wir werden einen glatten Neuanfang schaffen. Wir starten von null. Wir haben keine Altlasten mehr. Wir haben die Brücke hinter uns abgebrochen und sehen nach vorne. Wir werden aus dieser Krise gestärkt hervorgehen, ganz anders als unsere Wettbewerber, die die Zeichen der Zeit nicht verstehen. Unsere Wettbewerber verharren noch im Alten und glauben, alles wurde von allein wieder gut. Wir dagegen handeln. Wir werden später sagen, dass uns gerade diese Krise den heilsamen Schock versetzt hat, der letztlich der Auslöser für einen grandiosen Siegeszug werden sollte. Wir münzen um. Wir sind die Einzigen, die aus der Krise lernen. Wir jammern nicht. Wir stecken nicht wie die anderen den Kopf in den Sand. Das ist schon immer unsere ureigene Starke gewesen, nämlich in Krisen zusammenzurücken und die Probleme zu meistern. Wir sind noch immer herausgekommen, weil wir in schweren Zeiten nicht mehr in den Fehlern der Vergangenheit herumrühren und uns stattdessen auf die Zukunft konzentrieren.“</p>
<p>Sehr überzeugend klingt auch: „Die Zukunft ist hell! Lassen Sie uns optimistisch sein! Ja, wir werden Ballast abwerfen müssen und nicht mehr alle Minderleister durchschleppen können.“</p>
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		<title>Ohne Krisen keine Harmonie</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 06:48:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[170 - Krisen lieben]]></category>
		<category><![CDATA[Plumpe, Werner]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine kleine Geschichte der Gleichgewichtsstörungen in der Wirtschaft Im April 1815 brach mit einer gewaltigen Explosion der Vulkan Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa aus. Binnen weniger Minuten schrumpfte der Berg von 4000 auf 2800 Meter; der sich neu bildende Gipfelkrater hatte einen Durchmesser von bald sechs Kilometern und eine Tiefe von mehr als 1000 Metern. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><h2>Eine kleine Geschichte der<br />
Gleichgewichtsstörungen in der Wirtschaft</h2>
<p>Im April 1815 brach mit einer gewaltigen Explosion der Vulkan Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa aus. Binnen weniger Minuten schrumpfte der Berg von 4000 auf 2800 Meter; der sich neu bildende Gipfelkrater hatte einen Durchmesser von bald sechs Kilometern und eine Tiefe von mehr als 1000 Metern. Die Explosion war noch in 1500 Kilometer Entfernung zu hören und zu spüren. Eine gewaltige Aschesäule stieg auf. In der Folge blieben die Sommer in Nordamerika und Westeuropa teilweise aus. In Europa wurde die Abkühlung in einem ohnehin überaus kalten Jahrzehnt noch einmal dramatisch verschärft. Die Ernten 1816 und 1817 fielen gering aus und die Nahrungsmittelpreise stiegen auf ein bis dato unbekanntes Niveau. Alles, was die Mehrzahl der Menschen besaß, musste für den Nahrungserwerb verwendet werden. Die Nachfrage nach gewerblichen Gütern ging zurück, die Arbeitslosigkeit in den Städten stieg an, das Elend wurde allgemein. Der Hunger kehrte in die Häuser der einfachen Menschen zurück. Wirtschaft, Handel, Export kamen zum Erliegen. Erst gute Ernten Anfang der 1820er-Jahre brachten wieder eine durchgreifende Besserung.</p>
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		<title>Legitimiert euch doch selbst!</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 06:47:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[170 - Krisen lieben]]></category>
		<category><![CDATA[Dath, Dietmar]]></category>
		<category><![CDATA[Habermas, Jürgen]]></category>
		<category><![CDATA[Legitimation]]></category>

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		<description><![CDATA[Geordnete Zurückweisung der »Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus« Eins: Was nicht geht Wo wenigstens formell Meinungsfreiheit herrscht, ist die Wirklichkeit mitunter oder als die Debatte. Ist dies der Fall, so kann man zwar nicht alles erleben, aber doch alles zu hören bekommen, „bevor einem die Ohren abfallen“ (Pippi Langstrumpf), vorausgesetzt, man hat einen langen Atem und wartet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><h2>Geordnete Zurückweisung<br />
der »Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus«</h2>
<h3><em>Eins: Was nicht geht</em></h3>
<p><em></em>Wo wenigstens formell Meinungsfreiheit herrscht, ist die Wirklichkeit mitunter oder als die Debatte. Ist dies der Fall, so kann man zwar nicht alles erleben, aber doch alles zu hören bekommen, „bevor einem die Ohren abfallen“ (Pippi Langstrumpf), vorausgesetzt, man hat einen langen Atem und wartet ab.</p>
<p>Zum Beispiel Gesellschaftskritik: Ich kenne einen smarten Publizisten, der sagt jetzt so oft und so laut das, was ich vor vier Jahren gesagt habe (und was er damals mit gar nicht so schlechten Gründen auf keinen Fall gelten lassen wollte), dass ich schon gar keine Lust mehr habe, das Zeug, das vor drei Jahren meins war, weiterhin zu äußern. Damals zwar konnten Naturkundebeobachter des Biotops Trading, einerwahren Sumpfgartenwelt, bereits ahnen, dass man selbst in Amerika nicht beliebig viel Bauland und Wohneigentum an Familien verkaufen kann, die sich derlei Überhaupt nicht leisten können; aber mein Publizist riss wacker Witze über die „angebliche Altersarmut in den reichen Ländern“ und erzählte (so oft und so laut wie heute etwas ganz anderes), es ginge noch den Elendesten auf der Müllkippe in Rio hinsichtlich Komfort und Gesundheitsversorgung besser als Ludwig dem XIV. weiland in seinem Schloss.</p>
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		<title>Der Ausnahmezustand als Normalfall</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 06:45:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[170 - Krisen lieben]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Modernität]]></category>
		<category><![CDATA[Nassehi, Armin]]></category>

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		<description><![CDATA[Modernität als Krise Manche datieren den Anfang der Moderne auf den Allerheiligentag des Jahres 1755, als ein Tsunami, ausgelöst durch ein Erdbeben 200 Kilometer vor der Küste Portugals, Lissabon zerstört hat. Es war ein sinnloses Geschehen, das man nicht einem Weltenplan oder gar Gottes Ratschluss subordinieren konnte, schon deshalb nicht, weil die Alfama, das Sündenviertel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><h2>Modernität als Krise</h2>
<p>Manche datieren den Anfang der Moderne auf den Allerheiligentag des Jahres 1755, als ein Tsunami, ausgelöst durch ein Erdbeben 200 Kilometer vor der Küste Portugals, Lissabon zerstört hat. Es war ein sinnloses Geschehen, das man nicht einem Weltenplan oder gar Gottes Ratschluss subordinieren konnte, schon deshalb nicht, weil die Alfama, das Sündenviertel der Stadt, von den Zerstörungen weitgehend verschont blieb. Katastrophen hatte es immer gegeben, aber warum sollte diese der Ausgangspunkt der Moderne sein? Zumindest hat die Erfahrung des sinnlosen Ereignisses mit allen seinen bösen Auswirkungen die alte Frage, wie Gott angesichts seiner Allmacht und Gute solches Unheil zulassen könne, neu belebt. Diese sogenannte <em>Theodizeefrage</em> freilich wurde nun nicht mehr primär religiös gelöst, sondern letztlich dadurch, Natur und Kultur, Notwendigkeit und Freiheit, Zufall und Sinn voneinander zu trennen.</p>
<p>Modernität beginnt deshalb damit, unterschiedliche Lebensbereiche und Argumentationslogiken voneinander zu trennen. Immanuel Kant etwa hat im Gefolge von Lissabon eine naturwissenschaftliche Theorie des Erdbebens und Tsunamis verfasst. Wiewohl diese sich am Ende als falsch herausstellte, diente sie dazu, die Ereignisse als das bloße Wirken von Naturkräften anzusehen, die letztlich mit der Frage nach einem angemessenen und guten Leben nichts zu tun haben.</p>
]]></content:encoded>
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